Mit Leichtigkeit & Yoga in den Herbst Mit Leichtigkeit & Yoga in den Herbst

Mit Leichtigkeit & Yoga in den Herbst

Lass deinen inneren Drachen steigen!

Nach dem Energiehoch des Sommers lädt der Herbst uns in die stillere Zeit des Jahres ein. Die Bäume werfen ihre Blätter ab, weil ihnen nun weniger Energie zur Verfügung steht und auch für uns stellt sich die Frage, wie wir damit umgehen, wenn der Körper die wohlverdiente Auszeit fordert und einen Gang zurückschaltet. Yoga im Herbst kann dir dabei helfen. Die wichtigste Frage für mich dabei ist: muss ich tatsächlich was dagegen tun oder ist es nicht sinnvoller gemeinsam mit dem Wandel der Empfindungen in die neue Jahreszeit zu tauchen?

Yoga im Herbst

Die Yoga-Philosophie sagt ganz klar, dass jede Form von Ablehnung sich selbst gegenüber Widerstände erzeugt, die zu Leid führen. Wenn wir uns Ideale kreieren, die wir unbedingt verfolgen wollen, auch wenn der Körper andere Signale sendet, lehnen wir ab, was gerade ist. Zum Beispiel wenn wir uns wünschen, dass die Motivation und das Temperament im ewigen Sommer verweilen.

Im Yoga ist das „Jetzt“ die einzig reale Zeitform. Hier findet das Leben statt.

Überlege dir also zunächst einmal, warum es vielleicht sinnvoll sein könnte, dem Körper einfach seine Zeit zur Regeneration zu geben und was du am besten dafür tun kannst. Zum einen aus deiner mentalen Perspektive, zum anderen mithilfe von Ritualen in deinem Tagesablauf. Hier bekommst du ein paar Tipps, wie der Herbst sich für dich in all seinen schillernden Farben zeigen kann.

Mentale Qualitäten

Im Herbst und im Frühling finden wir Jahreszeiten, die einen Übergang im Lauf der Natur kennzeichnen. Dieser findet auch auf geistiger Ebene statt. Wir beginnen so langsam auf das Jahr zurückzublicken. Dabei entdecken wir Dinge, die uns gut gelungen sind und andere, die wir vielleicht noch ändern wollen.

Dankbarkeit

Der Herbst erfordert mit seinen wettermäßigen Launen unseren Tribut. Zum Anheben des Energielevels eignet sich die Zeit des Wandels, um sich darauf zu besinnen, was wir bisher alles schon erreicht haben. Zur Entfaltung der vollen Wirkung sollte das schriftlich festgehalten werden. Unser Geist hält sich nur allzu gerne an den Dingen fest, die noch auf unserer ToDo Liste stehen. Daher ist es wichtig unsere Zwischenerfolge gebührend zu feiern. Also, setz dich in Kürze einmal hin, nimm´ dir ein Blatt Papier und schreibe dir auf, was deine persönliche Ernte des Jahres ist:

  1. Welche von meinen Zielen habe ich bisher erreicht?
  2. Wofür bin ich besonders dankbar in diesem Jahr?

Loslassen

Die Natur lebt es uns vor. Wenn die Tage dunkler und kühler werden, passt die Natur sich einfach an und findet neue Wege mit der zur Verfügung stehenden Energie zu haushalten. Es geht nicht darum künstlich das Energielevel zu heben, sondern Frühs aufzustehen und zu spüren, was dir grade an Kraft zur Verfügung steht. Das nennt man ressourcenorientiertes wirtschaften und das macht in den kühleren Jahreszeiten auch mental absolut Sinn. Im indischen Raum orientiert man sich immer am Anfang. Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Wir starten immer an einer unterschiedlichen Stelle aber egal wo das ist: Wir befinden uns am unverrückbaren Anfangspunkt und mit dem wird gearbeitet. Das ist ein Unterschied zu unserer Kultur, in der wir eher zielorientiert denken und dann beginnt die Rennerei um unsere Ideale. Nichts kostet uns mehr Kraft. Also besser einfach mal einen auf „hang loose“ machen, die geistigen Blätter fallen lassen, im Wissen dass uns das Loslassen auf ganz andere Weise nährt und kraftvoller macht als das Festhalten.

Yoga im Herbst Joya Blog (c)crystal-shaw-481151-unsplash
Yoga im Herbst Joya Blog (c)crystal-shaw-481151-unsplash

Physische Qualitäten

Der Herbst steht im Zeichen des Elements Erde. In Zeiten wo der Wind geht, versucht die Lehre des Ayurvedas Gleichgewicht zu erzeugen indem die Gegensätze gelebt werden. Die teils wilden Herbstwinde, die die Blätter der Bäume zum Tanzen bringen, werden demnach mit erdenden Akzenten ausgeglichen.

Energie: In der Ruhe liegt die Kraft

Mit der steigenden Bioenergie von „Vata“ finden wir im Herbst die Qualitäten leicht, trocken, schnell, rau und kalt. Diese balancieren wir z. B. über wärmende und erdende Ernährung, Bäder, Genuss mit allen Sinnen und Entschleunigung aus.

Es ist Zeit die kleinen Feste zu feiern und sich an den leichten Dingen des Lebens zu erfreuen.

In der Vorbereitungszeit für den Winter besteht keine Notwendigkeit sich übermäßig herauszufordern, sondern eher den Blick nach innen zu richten.

Nicht nur die Blätter und manche Tiere ziehen sich zurück, auch die Sonne scheint nun weniger und spendet uns damit weniger Lichtenergie. Aufgrund der schnellen Energie von Vata und den wechselhaften Bedingungen des Herbstes spüren wir im Herbst schneller Erschöpfung und Müdigkeit.

Schon eine regelmäßige 5-Minuten Meditationspraxis kann dir neue Frische schenken.

Entspannte Aktivitäten wie Kochen, Zeichnen, Schreiben oder Spazieren können dein Gemüt anregen, ohne es zu überfordern. Gleichzeitig kann man dabei fabelhaft träumen und sich der eigenen Phantasie hingeben.

Die Erfindung der Glühbirne ist Fluch und Segen zugleich. Die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht die Tage im Herbst kürzer werden zu lassen. Wenn diese Jahreszeit uns schneller erschöpft, dann erscheint es nahe liegend, ein gutes Gegengewicht über mehr Schlaf zu etablieren. Ein frühes zu Bett gehen kann helfen den Energiehaushalt für die Ansprüche des Tages aufzuladen und gar nicht erst ein Gefühl von Schwäche aufkeimen zu lassen.

Ernährung: Zeit der Fülle

Im Herbst wird geerntet und um optimal mit dem Wandel zu gehen ist es empfehlenswert, die erdenden Früchte des Herbstes in deine Ernährung zu integrieren. Da es langsam kühler wird, sollte die Ernährung wärmend sein, um den Körper in Balance zu bringen. Suppen, Tees und Öle tun dem Körper jetzt besonders gut.

  • Herbstliches Gemüse (c)peter-wendt-123928-unsplash
    Herbstliches Gemüse (c)peter-wendt-123928-unsplash

    Saisongemüse: Gurke, Kartoffel, Kürbis, Karotte, Paprika, Rotkohl, Salat, Sellerie, Tomate, Spinat, Zucchini, Mais, Lauch, Erbsen, Fenchel, Bohnen

  • Saisonobst: Heidelbeere, Apfel, Birne, Holunderbeere, Pflaume, Quitte, Wassermelone, Weintraube
  • Wärmende Gewürze: Ingwer, Zimt, Kardamom, Kurkuma, Gewürznelke
  • Kräuter: Salbei, Rosmarin, Thymian

Bewegung: Ruhige fließende Yoga Übungen

Herbstzeit ist Yoga Zeit. Regelmäßiges praktizieren tut dem Körper jetzt besonders gut um den Herbstschwankungen mit Stetigkeit entgegenzuwirken. So finden wir unsere körperliche Harmonie zurück. Im Sommer haben wir uns draußen viel bewegt. Die Kühle im Herbst bietet sich an, um sich im warmen Yoga Studio oder zu Hause der fließenden und ruhigen Bewegung von Yoga hinzugeben.

Die ausgleichende Wechselatmung ist jetzt genauso wohltuend wie passives Yin Yoga oder sanft fließendes Vinyasa Flow. Es ist optimal eine regelmäßige Praxis zu finden, die unseren Kontakt mit unseren Wurzeln und der Erde stärken: Deine eigenen Herbst Asanas. Du solltest dich danach nicht erschöpft, sondern vital fühlen. Vorbeugen helfen dabei den Blick nach innen zu richten, tief in uns hinein zu spüren und in Kontakt mit uns selbst zu kommen. Lang gehaltene Vorbeugen lehren uns viel über das Loslassen von Anspannung und auch von mentalen Vorstellungen. All das kann nun an den Boden abgegeben werden, so wie die Blätter der Bäume.

Yoga hebt insgesamt den Energiehaushalt an und steigert die gute Laune. Wenn wir danach alle ein bisschen weniger hassen, haben wir auch schon einen entscheidenden Energieräuber in seine Schranken gewiesen ;) In diesem Sinne wünsche ich dir einen wunderschön luftigen, entspannten und bunten Herbst!

Über Nancy Krüger

Yoga im Herbst - Nancy Krüger (c) Ulrike Reinhold
Yoga im Herbst – Nancy Krüger (c) Ulrike Reinhold

Nancy Krüger ist als Yoga-Lehrerin und -Ausbilderin in Wien und Berlin aktiv. Ihre Klassen zeichnen sich durch Leichtigkeit und Kreativität aus. Ihr besonders Special: Yoga-Philosophie so richtig schön rüberbringen. Sie verrät mehr über sich auf ihrer Website happydots.yoga und unterrichtet online auch auf YogaMeHome.

 

Alexandra Schagerl

26. Oktober 2018 um 17:06 Uhr

Liebe Nancy.
Danke für deinen Beitrag. Er hilft mir zu verstehen, warum ich mich so fühle, wie ich gerde fühle. Nur fehlten mir bis jetzt die passenden Wörter. Ich habe es mir Kindern und Jugendlichen die positive Wirkung von Yoga weiterzugeben. Jetzt bin ich bestärkt für mich stimmige Antworten auf die Fragen zu geben.
Sonnige Grüße, Alexandra


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