Was ist dran an den Sojamythen - Teil 2 | Joya

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Julia Kantner

Ideenhaberin, Bloggerin und neugierige Nase. Julia bloggt seit 2015 für Joya über alles, was das Leben schöner macht.

Bereits in unserem ersten Artikel über Sojamythen haben wir versucht aufzuklären, was an den weit verbreiteten Gerüchten um die Hülsenfrucht dran ist. Dieses Mal fühlen wir weiteren Gerüchten auf den Zahn, zum Beispiel, dass Sojaprodukte mitverantwortlich sind für die Zerstörung des Regenwaldes.

Mythos 6: Sojaprodukte sind genmanipuliert

Der größte Teil des in die EU importierten Sojas kommt aus den USA, Kanada, Argentinien und Brasilien. In diesen Ländern ist der Anteil an gentechnisch verändertem Soja sehr groß (mehr als 90%). In EU-Ländern wie auch in Österreich ist der Anbau von gentechnisch veränderten Sojabohnen verboten, Produkte aus EU-Soja sind also gentechnikfrei.Generell muss ein Produkt, das gentechnisch veränderte Organismen enthält, auch entsprechend gekennzeichnet werden (z.B. mit der Auslobung „enthält gentechnisch veränderte Sojabohnen“). Als Konsument sollte man beim Kauf auf die entsprechenden Angaben auf der Verpackung achten.

Aber Achtung: Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futtermittel gefüttert werden, müssen nicht gekennzeichnet werden. Das heißt, dass man beiFleisch oder Milch nicht erkennt, ob das Tier mit gentechnisch veränderten Organismen gefüttert wurde. Wer konventionell erzeugte Tierprodukte verzehrt, muss damit rechnen, dass die Tiere mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert wurden.

Wer sicher sein will, ein 100% gentechnikfreies Produkt zu konsumieren, sollteauf die Herkunft der eingesetzten Sojabohnen (zB Soja aus der EU) achten, oder aufdas Zeichen für gentechnikfreie Produkte von ARGE.

Mythos 7: Soja löst Allergien aus

Wie viele andere Stoffe, kann auch Soja allergische Rektionen hervorrufen. Die Symptome einer Sojaallergie sind denen anderer Nahrungsmittelallergien sehr ähnlich. Erste Anzeichen können Brennen im Mund, Juckreiz im Rachenraum, Rötung, Schwellung der Zunge, Taubheit oder auch Schwellung der Lippen sein.

Die Häufigkeit von Sojaallergie wird auf 0,3-0,4% in der Gesamtbevölkerung geschätzt. Zum Vergleich: Etwa 1 % leiden an einer Glutenunverträglichkeit und bis zu 20% an einer Laktoseintoleranz. Die häufigste Form der Sojaallergie in Mitteleuropa beruht allerdings auf einer Birkenpollen-assoziierten Kreuzreaktion. Da die Zahl der Birkenpollen-Allergiker auf etwa 4 Millionen Menschen geschätzt wird und etwa jeder Zehnte von ihnen potentiell von dieser Kreuzreaktion betroffen ist, muss von etwa 400.000 potentiellen Sojaallergikern ausgegangen werden.

Das Vorliegen einer Birkenpollenallergie bedeutet jedoch noch nicht sofort, dass man auch an einer Sojaallergie leidet.

Wer eineNahrungsmittelallergie vermutet, sollte sich nicht nur auf dieSymptombeschreibung verlassen, sondern sich eine Diagnose vom Arzt holen. Sollte dieser tatsächlich eine Allergie feststellen, solltenalle Produkte, die Soja enthalten (Drinks, Tofu, Jogurtalternativen etc.) vermieden werden. DaSoja wie 13 andere Lebensmittelgruppen zu den Allergenen zählt, muss es aufder Produktverpackung deklariert sein, damit Allergiker auf einen Blick erkennen, ob sie das Produkt bedenkenlos verzehren können. Die gute Nachricht für Sojaallergiker: Inzwischen gibt es schon eine immer größer werdende Auswahl an Alternativen zu Sojaprodukten, etwa Drinks und Jogurts aus Reis, Mandeln, Hafer oder Kokos.

Mythos 8: Sojaanbau zerstört den Regenwald

Die Nachfrage von Soja steigt. Allein Brasilien hat sich die Produktion von Sojabohnen zwischen 2002 und2012 von jährlich 43 Millionen Tonnen auf 66 Millionen Tonnen erhöht. Im selben Zeitraum wurden 156.000 Quadratkilometer Regenwald im brasilianischen Teil Amazoniens abgeholzt.

Ursache für den steigenden Bedarf an Sojabohnen ist aber der weltweit steigende Fleischkonsum und nicht der Trend zu einem veganen bzw. vegetarischen Lebensstil.

Nur 6% der globalen Sojaernte werden für den direkten Verzehr als Lebensmittel angebaut.

Insofern ist es umso wichtiger, beim Kauf von Sojaprodukten darauf zu achten, woher die Rohstoffe kommen. Sojaanbau ist in Österreich, der gesamten Donauregion, Italien oder Frankreich möglich und durch die Förderung und die Ausweitung von Sojaanbau in der EU wird weniger Importsoja benötigt und somit kein weiterer Regenwald zerstört.

Fazit

Die Dosis macht das Gift. Man sollte sich nicht ausschließlich von Sojaprodukten ernähren so wie man sich auch nicht ausschließlich von Karotten oder Äpfeln ernähren sollte. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung, sei es konventionell, vegan oder vegetarisch kann Soja in vielen verschiedenen Formen konsumiert werden. Sofern man nicht an einer Sojaallergie leidet, wirkt sich der Verzehr von Tofu, Sojadrinks und Soja-Jogurtalternativen positiv auf die Gesundheit aus. Achtet man zudem auf die regionale Herkunft der Produkte, geht die Sojaproduktion auch nicht zu Lasten des Regenwaldes.

Quellen:

Inspiration